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This article was published on www.ILAB.org, it is presented here by permission of the International League of Antiquarian Booksellers.

From the ILAB Archives - The League and the German Antiquarian Booksellers' Association

From the ILAB Archives - The League and the German Antiquarian Booksellers' Association

Today, the German Antiquarian Booksellers’ Association or “Verband Deutscher Antiquare” (VDA) is one of the largest national organizations which belong to the International League of Antiquarian Booksellers. The VDA was founded in 1949. Its first president was Helmuth Domizlaff, an antiquarian bookseller in Munich and a close friend of Percy H. Muir (UK), August Laube (Switzerland) and Christian Nebehay (Austria). One of the reasons of the founding of the German Association was that the antiquarian booksellers in Germany wanted to be a part of ILAB – at that time, shortly after World War II, a delicate matter.

In 1951 Helmuth Domizlaff officially applied for membership on behalf of the VDA. Behind the scenes there had been some diplomatic  lobbying, before the members of ILAB had to vote for or against the membership of the VDA. The decision was taken at the 5th ILAB Congress in Brussels. Helmuth Domizlaff was invited as an observer, and Barbara Kaye Muir remembers:

“Waiting in an anteroom while the German application for membership was debated, Helmuth Domizlaff need not have worried (he had been shaking with nervousness, he told us later),  for Percy (H. Muir) and André (Poursin) had seen to it that the ground was well prepared before a vote was taken. The result was eleven out of twelve associations in favour.”

So, in 1951, the German Antiquarian Booksellers‘ Association was elected the 13th member of ILAB. 24 years later the world’s best booksellers were invited to Germany for their 24th Congress and 7th International Antiquarian Book Fair in Düsseldorf. On this occasion, Karl H. Pressler, former editor of the German magazine “Aus dem Antiquariat”, led an interview with Helmuth Domizlaff, who remembered the early days of the League and of the VDA.


Die Liga und die Deutschen - Ein Gespräch mit Helmuth Domizlaff


AUS DEM ANTIQUARIAT: Die Internationale Liga der Antiquariatsbuchhändler trifft sich jetzt zum zweiten Mal zu einem internationalen Antiquarskongress in der Bundesrepublik Deutschland, nachdem fast auf den Tag vor 20 Jahren bereits einmal ein Liga-Kongress von den deutschen Antiquaren in München ausgerichtet wurde. Über die ersten Jahre der Liga ist vielen heute nur noch wenig bekannt. Sie, Herr Domizlaff, waren der Gründungsvorsitzende der deutschen Antiquariatsvereinigung. Wie kam es zu ihrer Gründung und wann erfolgte der Beitritt der deutschen Vereinigung zur Liga?

DOMIZLAFF: Einer der Gründe zur Bildung eines deutschen Berufsverbandes der Antiquare war das Bedürfnis, die alten internationalen Beziehungen wieder aufzunehmen. Wir deutschen Antiquare hatten natürlich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und nach den davorliegenden Jahren der zwangsweisen Isolation mit Interesse davon gehört, dass seit 1946 etwa, von Holland ausgehend, Bestrebungen im Gange waren, einen Zusammenschluss der Antiquare auf internationaler Ebene zustande zu bringen. Und 1948 wurde ja auch tatsächlich die Liga in Kopenhagen geboren.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Und da wollten auch deutsche Antiquare in dieser Organisation vertreten sein?

DOMIZLAFF: Ja, aber die Mitgliedschaft in der Liga konnte nur über eine nationale Vereinigung erfolgen, da die Liga ein Zusammenschluss nicht von einzelnen Antiquaren, sondern von nationalen Antiquariatsverbänden ist, so dass eine Einzelmitgliedschaft unmöglich war. Daher kamen auch die Bemühungen, einen Verband in der Bundesrepublik zu gründen. Mit Dankbarkeit erinnere ich mich, dass Anregungen ergingen zur Errichtung einer deutschen Berufsvereinigung mit dem Ziel ihrer späteren Aufnahme in die Liga bereits im Jahre 1948 von meinen Freunden Percy Muir (England), August Laube sen. (Schweiz) und Christian Nebehay (Osterreich). Im Januar 1949 erfolgte dann ja auch in München die Gründung der Vereinigung Deutscher Buchantiquare und Graphikhändler. Zum Gründungsvorstand, der ein Jahr später auf zwei weitere Jahre bestätigt wurde, gehörten außer mir als Vorsitzendem die Herren Dr. Ernst Hauswedell (Hamburg) als stellvertretender Vorsitzender, Willi Henrich (Frankfurt a.M.) als Schatzmeister sowie Dr. Georg Karl und Bernhard Wendt (beide München) als Beisitzer.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Und haben Sie dann gleich 1949 versucht, in die Liga aufgenommen zu werden?

DOMIZLAFF: Nein, offiziell nicht. Die Angelegenheit war so delikat.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Warum delikat?

DOMIZLAFF: Na ja, Herr Pressler, Sie können sich als Jüngerer vielleicht nicht mehr so recht vorstellen, welche Sentiments damals gegen alles Deutsche bestanden. Denken Sie aber nur an die vielen bekannten und unbekannten Berufskollegen von uns und ihre Schicksale. Ich wollte auf jeden Fall irgendwelche eigene Aktivität zur Aufnahme der deutschen Vereinigung in die Liga vermeiden, um nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, eine Absage zu erhalten. Es wäre dadurch ja doch eine höchst peinliche Situation entstanden.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Sie meinen, wenn man Ihren Aufnahmeantrag mit Mehrheit abgelehnt hätte?

DOMIZLAFF: Ja, deswegen musste meiner Meinung nach die Initiative in dieser Sache von der Liga ausgehen.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Und wann kam eine solche?

DOMIZLAFF: Was sich damals alles hinter den Kulissen der Liga in bezug auf „die deutsche Frage“ abspielte, weiß ich nicht im Einzelnen. Manches klang vielleicht auch nicht so gut, wenn auch aus der damaligen immer noch emotionalen Situation heraus verständlich. Tatsache ist jedenfalls, dass ich als Vorsitzender der deutschen Vereinigung schließlich im Sommer 1951 von der Liga eine offizielle Einladung erhielt, an dem Liga-Kongress im September desselben Jahres in Brüssel als „Observer“ teilzunehmen.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Und was geschah da?

DOMIZLAFF: Die Generalversammlung der Liga behandelte am ersten Tage die Frage unserer Aufnahme. Präsident der Liga war damals der britische Antiquar Percy Muir, den ich bereits seit den dreißiger Jahren gut kannte und der Deutschland wohlgesinnt war. In meiner Abwesenheit ließ Muir über die Frage unserer Aufnahme abstimmen. Das Ergebnis war erfreulich: Mit nur einer Gegenstimme wurde die deutsche Vereinigung in die Liga aufgenommen. Sicher hat Percy Muir zu diesem Erfolg wesentlich beigetragen.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Wieviel Länder gehörten damals der Liga an?

DOMIZLAFF: Wir wurden als dreizehnter nationaler Verband Mitglied.

AUS DEM ANTIQUARIAT: Was war das unmittelbare Ergebnis der Aufnahme?

DOMIZLAFF: Generell kann man sagen, dass nunmehr die deutschen Kollegen, soweit sie Mitglieder der Vereinigung waren, in die internationale Familie der Antiquare aufgenommen waren. In der Liga konnten sie ab da an der Lösung vieler internationaler Probleme des Antiquariatsbuchhandels direkt mitwirken. Bereits an dem folgenden Liga-Kongress in Genf im Jahre 1952 konnte eine größere deutsche Delegation teilnehmen. Außerdem wurden die deutschen Antiquare in das „International Directory of Antiquarian Booksellers“, das Gesamtverzeichnis aller Antiquariate, die über ihre nationalen Verbände an die Liga angeschlossen sind, aufgenommen. Das war doch alles sehr erfreulich.

(Published in Aus dem Antiquariat 9, 1977. Presented here by permission of the Börsenverein des Deutschen Buchhandels.)

Further Reading


>>> The World’s Expert Antiquarian Booksellers - In 1 Book!

>>> 1951 - Some Impressions of the 5th ILAB Congress in Brussels

>>> ILAB History

>>> German Antiquarian Booksellers’ Association (VDA)

Published 20 Mar 2013

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